Deutsche Meisterschaft F3-Speed 2015

© Dr. Ralph Okon 28.06.2015
mit Bildern von Fam. Moldtmann, Michael Jakob und eigenen

 

Von 19.-21.Juni 2015 fand die vom Sportausschuss Rekordflüge der Bundeskommission Modellflug des DAeC organisierte Deutsche Meisterschaft der Klasse "F3-Speed" auf dem Verkehrslandeplatz Ballenstedt statt.
Nach meiner Rechnung müsste das diesmal die 9. DM der "Neuzeit" gewesen sein.

Vieles hat sich im Laufe dieser 9 Jahren gewandelt.
Der Name der Klasse, die Messanlage, die Geschwindigkeiten und die Verteilung der Teilnehmer auf die einzelnen Subklassen.
Mit dem Beschluss der Pilotenversammlung, zu beantragen, der "limited" Wertung beim Elektrospeeden den Status einer Meisterschaftsklasse zu verleihen und nächstes Jahr eine lautstärkebegrenzte Verbrennerklasse als Wertungskategorie zu testen, wurden die Weichen für weitere tiefgreifende Veränderungen gestellt.
Diese Veränderungen sind notwendig, um die Speedfliegerei an den Zeitgeist anzupassen - gerade Lärm in jeder Form wird zunehmend zum gesellschaftlich beachteten Problem.

Nachfolgend ein paar Bilder und Kommentare zur Veranstaltung.

Der VLP Ballenstedt war schon 2x Veranstaltungsort der Weltrekordversuche und so den meisten Teilnehmers gut bekannt.
Durch seine recht zentrale Lage in Deutschland bietet er sich für derlei Veranstaltungen geradezu an.

Die Messstrecke wurde bereits am Freitag aufgebaut.
Am Samstag morgen gab es bei der Inbetriebnahme aber erstmal einen Schock:
Der freundliche Platzwart hatte beim Nachmähen das (grüne) Netzwerkkabel völlig übersehen und mehrfach zerschnitten.
Glücklicherweise haben wir eingedenk der Erfahrungen beim Speedtreffen in Bad Wünnenberg eine 100m-Ersatzrolle bereitgehalten...

Die Energieversorgung sicherte jeder auf seine Weise.
Konventionell mit der Autobatterie, (mit Folgen, die sich erst am Ende des Tages zeigten)

oder mit einem Moppel.

Die ganz Modernen mit Solarpanel...

...und Alex auf seine ganz persönliche Weise.

Das Pilotenlager war diesmal recht klein, denn es waren nur 16 Teilnehmer angereist.
Dass die Verbrennerklassen bei dieser Meisterschaft allesamt nicht besetzt wurden, ist echt schmerzhaft.
Der Rückgang der Zahl der E-Starter lässt sich mit der bezüglich Prüfungen ungünstigen Terminwahl begründen.
Mit einem "eco" fähigen E-Modell war btw. gar niemand unterwegs.

Hier warten die Piloten auf das obligatorische Briefing. Es gab btw. bei der Veranstaltung keinerlei Sichheitsverstöße oder gar Modellverluste zu vermelden.

Na gut, einen "Teilverlust" gab es:
Bei Fabians Fluxkompensator ist bei ca. 450km/h ein Querruder im Flug abgerissen.
Dennoch konnte er das Modell sicher landen. Allgemein ist zu konstatieren, dass sich die Pilotenleistungen insgesamt deutlich verbessert haben. Unsichere Durchflüge, wie sie in früheren Jahren des öfteren zu sehen waren, gab es einfach nicht.

Neu bei der DM waren die "Crocoblades", die gleich als Schwarm anflogen:

und das "Big Monster" aus der Edelschmiede HJK-Speedwings.
Die Konstruktion stammt von Domi D. , der schon den "Peregrin" berechnet hatte.
Von denen war übrigens auch wieder keiner zu sehen.

Beide Modelle erreichten sehr gute Ergebnisse: Die Crocoblades mit ihren Powercrocoantrieben erreichten die Plätze 3 (Christian), 5 (Alex) und 11 (ich).
Das Big Monster mit einem brandneuen RS-E Prototyp als Treibling wurde auf Anhieb 6 (Pilot Gerd Gruber).
Bei den erreichten Geschwindigkeiten haben beide Modelle ihr Potenzial definitiv noch nicht ausgeschöpft.

Bekannte Gesichter mit einem bekannten Flieger im neuen Design: Marcus mit Stefan und dessen 2015er Design auf dem großen Taifun.
Mit Platz 1 (Marcus) und 2 (Stefan) haben sie optimal abgeräumt.
Angetrieben wurden ihre Modelle mit Powercroco Motoren und Luftschrauben sowie SLS-Akkus.

Ebenfalls mit einem Taifun, allerdings dem kleineren "Taifun XXS", war der Junior Stanley Pasch vom "Speedteam Saxonia" am Start.
Er erreichte Platz 7 in der DM.

Auch das "Speedteam Rügen" hatte ein erfolgreiches Wochenende. Papa Thomas coacht den Tim.

Währenddessen dokumentierte Mama Kristina, wie ihr Nachwuchs mit seinem Tomahawk den 4. Platz in der Gesamt- und den 1. Platz in der Juniorenwertung abräumte.
Das Speedteam Rügen hat netterweise auch eine Playlist mit Videos einiger Flüge von der DM ins Netz gestellt.

Oli setzte diesmal ganz auf die "limited"-Wertung und brachte dazu seinen aus den gerade erworbenen Formen der "Fireblade" geschlüpften ersten Neubau an den Start.

Jochen war genauso wie Oli "limited" unterwegs und konnte diese Sonderwertung mit seiner Fireblade XL und 421km/h für sich entscheiden.

Was der Max hier mit Saschas Fireblade XL treibt ist so strange, dass dem Fotoapparat glatt die Linse beschlagen ist.
Wegen diverser technischer Probleme konnte Sascha sein persönliches DM-Ziel (450km/h) nicht ganz erreichen.

Fast durch die Lappen gegangen ist mir der Mario.
Aber seine Geburtstagstorte samt Brotmesser habe ich ordentlich dokumentieren können.

Überhaupt wurde wieder viel gefachsimpelt und gebaut.
Marcus ist vor lauter bauen (vornehmlich für andere) kaum zum fliegen gekommen.
Aber spielt wohl keine Rolle, solange es trotzdem für Platz 1 reicht....

Auch wenn es auf diese Webseite primär ums elektrische Speedfliegen geht - ein kurzer Blick über den "Gartenzaun" sei gestattet:
Bei den Verbrennerkollegen gab es leider nur einen einzigen Starter!
Der deutliche Rückgang der Teilnehmerzahl in dieser Sparte hat damit einen kaum zu toppenden Tiefpunkt erreicht.
Einzig Michael Jakob nutze die Gelegenheit, seine Modelle in der aktuellen Auslegung in der Messstrecke zu testen.
Mit seinem "Doppelprinz" konnte er mit 409km/h ein ausgezeichnetes Ergebnis erzielen.

Leider hatte er einen unerfahrenen Werfer, was beinahe zu einem Modellverlust geführt hätte.

Nachdem er seine Testflüge beendet hatte, unterstütze er den Peter Erdt bei der Bedienung der Messanlage - eine sehr willkommene Hilfe!

Ebenfalls nur als Teststarter unterwegs war Max mit seinem Shorty.
349,95km/h Durchschnittsgeschwindigkeit sind mit dem kleinen Modell einfach nur verrückt;-). Ich hab's jedenfalls kaum mit den Augen verfolgen können.....

Es haben(erstmals!)ALLE bei Streckenabbau mitgeholfen und so konnte Sonntag gegen 13.00Uhr das gesamte Equipment in neuer deutscher Rekordzeit eingesammelt werden.

Erst danach wurde der ganze Privatkram verstaut.

Ein großer Teil des Streckenequipments wurde direkt für die kommenden Weltrekordversuche (24. bis 26.Juli) vor Ort in der Fliegerhalle eingelagert.

Was noch fehlt:
die Siegerehrung.

Urkunden gab's diesmal für alle. Sowohl für den Neueinsteiger Lukas...

und für mich...

und natürlich für die ersten 3, Marcus, Stefan und Christian.
Der"Geier" (Speedcup) konnte nach seinem kurzen Ausflug nach Ballenstedt wieder mit Marcus in die schöne Oberpfalz zurückfliegen.

Den erstmal gesondert gewerteten ersten Platz in "E-Limited" sicherte sich Jochen mit seiner "Fireblade XL".
Irgendwie scheint ihn das zu freuen....

Hier das obligatorische Gruppenbild:

Erstmals haben wir eine "Flightline" aller E-speeder gelegt:

Alles in allem haben wir eine gut organisierte und stressfreie DM erlebt.
Der Vorsitzende des Sportausschusses Rekordflüge der Bundeskommission Modellflug des DAeC (Christian Erdt) hat imo eine engagierte und sehr ordentliche Arbeit abgeliefert!

Die freie Startreihenfolge mit begrenzter Flugzahl hat sich sehr gut bewährt - es gab keinerlei Gemaule.
Vor allem in der Breite waren die Ergebnisse ausgezeichnet.
Zwar lag die Geschwindigkeit des Siegers unter der des letzten Jahres, aber für einen vorderen Platz reichten 450km/h nicht mehr und 421km/h haben grade noch so für den 10. Platz gereicht.
Die vorderen Plätze der Junioren lassen für die Zukunft hoffen, zumindest in den elektrischen Klassen.
Die Wetterbedingungen waren durchweg erträglich, gegen Ende am Sonntag sogar sehr gut.
Hervorheben möchte noch die prima Zusammenarbeit mit dem Tower des VLP auf der Grundlage gegenseitigen Verständnisses.
So konnte der (eingeschränkte) Flugbetrieb weiterlaufen und wir durften im Gegenzug abends länger fliegen.
Dafür kann man nur "Danke" sagen.
Besonderer Dank gebührt auch Peter Erdt, der die meiste Zeit an der Messanlage zugebracht hat, Alex für den Transport des Equipments und dem Wünnenberger Verein, der uns für diese Veranstaltung wieder sein Sicherheitsnetz kostenlos und unkompliziert ausgeliehen hat!

Zu guter letzt noch die Ergebnistabellen:

Verbrennerklassen (keine DM-Wertung wegen nicht erreichter Mindeststarterzahl):


Deutsche Meisterschaft Elektro "Open:

Elektro "Limited"-Wertung (kein DM-Status):


 

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