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Speedcroco

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Im Jahr 2006 hatte ich meinen ersten Kontakt mit der elektrischen Speedfliegerei.
Holle wollte einen Motor aus unserem 18N-"Croco"-Projekt als ersten "Speedcroco" an einem "Funjet" einsetzen. Also habe ich für dieses Projekt einen 18NP "Croco" auf die passende Drehzahl getrimmt. Diese Geschichte kann man noch komplett im rclineforum nachlesen.
Auf dem Speedcup 2007 im Neumagen-Drohn flog dann der extrem verstäkte "Funjet". Leider nur, bis es ihn in der Luft zerrissen hat. Immerhin hatte er zuvor eine Messung mit 227km/h bekommen.

Im September 2007 wollten 2 junge Piloten mit einem "Speedcroco"-Motor versuchen, die schnellste "Schaumwaffel" der Welt zu motorisieren.
Als Modell diente eine verstärkte "Revenge" von Jomari. Die beiden fuhren mit dem Modell zum Speedcup nach Dachau und konnten dort mit 309km/h ihr Ziel erreichen.

Auf diesem Speedcup war ein anderer Elektropilot auf die "Powercroco"-Motoren aufmerksam geworden und fragte mich nach einem hochleistungsfähigen Antrieb.
Also wurden von da an weitere "Speedcrocos" gebaut, getestet und immer weiter optimiert.
392km/h reichten 2008 in Laucha zum Sieg bei der Deutschen Meisterschaft und sogar für einen (allerdings niemals offiziell anerkannten) Weltrekord.
Eine auf die schnelle zusammen mit Holle aus verschiedenen Teilen zusammengebastelte erste "Chimera" mit "Speedcroco"-Antrieb konnte dort Dank eines ausgezeichneten Piloten mit 384km/h den 2. Platz in der DM belegen.

Schon damals hatte ich einige neue Ideen und habe sie auch im Speedforum zur Diskussion gestellt.
Weil die "alten" Protagonisten der Speedfliegerei immer wieder lautstark verkündeten, dass sowieso nur mitreden könne (dürfe), wer selber schon mal erfolgreich durch die Messtrecke geflogen sei, bin ich 2009 beim Speedcup in Dachau mit einer aus F5B-Resten aufgebauten "Chimera" und einer 196km/h - Wertung (245km/h von einer Seite) erstmals auch als Pilot dabeigewesen.

Von Anfang an war ich mir darüber im klaren, fliegerisch niemals auch nur den Hauch einer Chance zu haben, mit den besten Piloten ernsthaft zu konkurrieren. Deshalb habe ich mich lieber um die Optimierung der Antriebe und der Flugtaktik "meiner" Testpiloten gekümmert und mich in den Folgejahren an deren reichlichen Erfolgen mit den "Speedcroco"-Antrieben erfreut.
Extrem waren und sind die Antriebsauslegungen meiner eigenen Flieger nie in Bezug auf durchgesetzte Leistung, sondern eher hinsichtlich der Art und Weise, hohe Geschwindigkeit zu erreichen.

Mir selbst habe ich andere Ziele gestellt, die mit Wettbewerbserfolgen nichts zu tun hatten.
Vor allem sollten die Speedantriebe leiser werden.
Viele Speeder meinen zwar immer noch, schnell müsse vor allem auch laut sein. Im Gegensatz zu dieser weit verbreiteten Ansicht bin ich aber der Überzeugung, dass es sehr viel eleganter ist, sehr (unauffällig) leise und trotzdem sehr schnell zu fliegen.
Dazu mussten neben den passenden Motoren auch völlig andere Propeller entwickelt werden.
Mit einem bereits in diese Richtung optimierten Antrieb habe ich mir mit mäßigen 372km/h im Jahre 2011 den Weltrekord in der FAI Klasse 196 sichern können.
An meinem "Warp-Eagle" (gebaut von Dr. Marcus Koch) sorgte ein selbst konstruierter und gebauter 4235er Motor mit einer - gemessen an den üblichen "30.0000rpm-Schrei-Kreisch"-Antrieben - leisen selbst konstruierten 12" x 24" Klappluftschraube und nur 7S für den Vortrieb.
Jemals selbst die 400km/h übertreffen zu können, habe ich zu dieser Zeit noch als sehr unrealistischen Traum empfunden.

Seit meiner ersten Bekanntschaft mit dem Speedfliegen sind einige Jahre ins Land gegangen und sowohl die eingesetzten Modelle als auch deren Antriebe sind immer besser geworden.
Im Jahr 2015 hätte die Sieggeschwindigkeit in der Elektroklasse von 2008 nicht mal mehr gereicht, um unter die ersten 12 der Deutschen Meisterschaft zu kommen.
Heute kann man die Spitzengeschwindigkeit des Jahres 2008 mit sehr leisen Mehrblattklapppropeller, weniger as 8000rpm und einem Energieaufwand von nur noch 1250W/kg erreichen.

Ein "Beweislog" zur Bestätigung des Erreichens meines schrittweise fortgeschriebenen persönlichen Zieles von >400km/h airspeed mit extrem leisen <8000rpm Propellerdrehzahl (Durchschnitt in einer virtuellen 200m-Messstrecke) konnte ich Ende August 2015 mit meiner "Crocoblade" und einem "limited" konformen Setup mit extrem hochsteigender 3-Blatt-Klappluftschraube erfliegen.
Im Oktober 2015 gelang es mir zudem, die 400km/h Marke in der 200m Strecke mit einer extrem leisen 5-Blatt-Klappluftschraube zu übertreffen. Die Blattspitzengeschwindigkeit lag bei einer Propellerdrehzahl von weniger als 7800rpm bei nur noch ca. 0,509 Mach.
Der Leistungsbedarf von nur 1290W/kg und das Erreichen von 92% "pitchspeed" zeigt, das auch so ein Antrieb effizient arbeitet.
Auch die Frage, ob mit 1000W/kg 100m/s Streckenschnitt erreichbar sind, habe ich 2015 untersucht und konnte diese positiv beantworten.

Was solche in Richtung "leise" und "effizient" optimierte Antriebe in der Hand besserer Piloten zu leisten vermögen, haben Max und Fabian bei den 2015er Weltrekordversuchen eindrucksvoll unter Beweis stellen können.
Maximilian von Prondzinski erreichte in der Klasse 196 mit nur ca. 13100rpm Propellerdrehzahl eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 474,95km/h.
Fabian Wunderlich erreichte in der Klasse 175 eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 481,56km/h.
Die Geschwindigkeitsdifferenz zwischen den Klassen 175 und 196 betrug damit nur noch 1,37%!
Die in der kleinen "Speedcroco-community" entwickelten und gebauten "Crocoblades" - ausgerüstet mit Motoren aus der community und leisen, hochsteigenden und niedrigdrehenden Klappluftschrauben - haben mit diesen neuen Weltrekordleistungen in beiden elektrischen F5-open Speedflugklassen ihr Potenzial aufgezeigt.

Beim Speedtreffen in Bad Wünnenberg 2016 konnte ich nachweisen, dass die 400km/h auch mit weniger als 7000rpm Propellerdrehzahl erreichbar sind.
Gleiches gilt inzwischen für die 450km/h mit ca. 8000rpm und 5-Blatt Propeller.
Im Laufe der letzten Jahre habe ich durh intensive technischer Weiterentwicklung und ausgiebiges Flugtraining meine persönliche Bestleistung in der Messstrecke bis auf 476km/h (eine Seite) bzw.446km/h (volle Wertung) steigern können.

In der 200m Strecke konnte Christian Hidde 2016 in Rothenburg erstmals die 500km/h Durchschnittsgeschwindigkeit übertreffen.
Weitere 500km/h-Flüge gab es bei der Powercroco-Speedchallenge 2016 zu sehen.
Mittlerweile (2019) sind diese Geschwindigkeiten "normal" geworden und wir sehen die ersten 600er Flüge.

Rückblickend auf die vergangenen Jahre kann ich konstatieren, dass es sehr interessant war, diese Weiterentwicklung für einige Zeit mit zu gestalten und dabei gewesen zu sein, wenn die Grenzen des Machbaren immer weiter hinausgeschoben wurden.
Besonders viel Spaß hat es gemacht nachzuweisen, dass vieles, was nach "Experten"meinung beim Speedfliegen nicht funktionieren kann oder schlecht bzw. unsinnig ist, in Wahrheit bestens funktioniert.
Das betrifft speziell den Einsatz von Aussenläufermotoren mit hohem Drehmoment und niedriger Drehzahlen mit besonders leisen und extrem hoch steigenden Mehrblatt-Klappluftschraubensystemen im Speedfliegen.
Mit "Powercroco"-Motoren wurden zwischen 2008 und 2018 in den elektrischen Speedflugklassen insgesamt 20 und mit "Powercroco"-Klappluftschrauben 12 FAI-Weltrekorde aufgestellt und viele Spitzenplatzierungen bei Deutschen Meisterschaften erzielt.
Mit den erreichten Erfolgen hätte ich mich 2016 bequem zur Ruhe setzen und anderen das Feld überlassen können.

Die Neufassung des "Sporting Codes Records" durch die FAI zum 01. Juni 2017 erforderte wegen der Beschränkung auf 10S antriebstechnisch einen weitgehenden Neuanfang.
Das war dann doch zu reizvoll.
Ich konnte es noch nicht lassen und habe ein bissel weitergemacht die PCSC zu organisieren und weltrekordfähige Antriebe zu bauen.
Noch in 2017 fiel der erste Weltrekord mit einem schnell an das neue Reglement angepassten Antriebsstrang aus bereits bekannten Komponenten.
Es scheint, dass die 2018 wirklich an die geänderten Regeln angepassten Antriebe und Modelle auch wieder vorzüglich funktionieren.
So konnten in 2018 neue Weltrekorde in den Klassen F 175 und F196 aufgestellt werden.
Ein besonderes Highlight ist der von Kai Koppenburg mit seinem "Taifun" aufgestellte Weltrekord in der Klasse 175: mit 515,1km/h liegt er nun erstmals über 500km/h.
In 2019 konnte Max von Prondzinski den Rekord in der FAI-Klasse F196 auf 494km/h verbessern.

Für die Zukunft habe ich mir vorgenommen, nur noch zum Spaß zu fliegen und Motoren zu bauen und mir von diversen Spinnern die Freude daran nicht verderben zu lassen.
Mit dem selber "Speed" Fliegen werde ich wohl nach der Saison 2020 aufhören.
Man wird älter (dann 60) und man merkt das auch deutlich, wenn man sich ehrlich beobachtet.
Bis dahin habe ich mir vorgenommen, wenigstens noch eine volle Wertung von >450km/h zu erfliegen.

 

 

 

 

 

 

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