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Maximale Geschwindigkeiten


(noch in Bearbeitung!)

© Dr. Ralph Okon 18.12.2020

 

Die Frage, welche Geschwindigkeiten erreichbar sind, wenn man alle FAI - und Meisterschaftsregeln ausser acht lässt und "grenzenlos" elektrisch fliegt, wird immer wieder gestellt.

Allem weiteren sei vorangestellt:

Die wirklich extremen Modelle für allerhöchste Geschwindigkeiten sind ziemlich teuer.
- 1500-2000€ für das leere Modell,
- 600-850€ für den Motor,
- 1000USD für einen Steller der 400A Klasse,
- ca. 600€ für die sonstige Elektronik (Empfänger, Servos, Propeller, Motoraufnahme, sonstige Kleinteile).
Ein 16S Satz der 5100er Speedzellen kostet nochmal 500€. Und eigentlich braucht man erfahrungsgemäß 2 Sätze davon.
Summa-summarum: ca. 4000-5000€.
Das können sich eigentlich nur reiche alte Säcke, völlig Speedverrückte, Selbermacher oder gut gesponsorte Teampiloten leisten.

Christian Hidde hat als Erster gezeigt, dass mit einem propellergetriebenen Flugmodell bei entsprechender Antriebsauslegung mit dem aktuellen Material >600km/h für die kurze 200m Strecke erreichbar sind.
Der Antriebsstrang seines "Typhoon-XS-Ultra" (konstruiert und gebaut von Dr. Marcus Koch) bestand aus einem getunten Kontronik Pyro 1000 (Statorgröße 5040), einem selektierten 18S spannungsfesten YGE Steller sowie 18S 3500mAh Höchststrom-Prototypenzellen.
Als Propeller wurde ein 4-Blatt Klapplattensystem mit 29" Steigung eingesetzt.
Die Flächenbelastung lag bei ca. 100g/dm².

 

Bei der PCSC 2019 wurde ein noch schnellerer Durchflug gemessen: Stanley Spichtinger gelang mit dem von ihm selbst gebauten "Hellraiser" (eine Konstruktion von Christian Hidde) ein Durchflug mit 640km/h. In dem ca. 30min langen Zeitfenster mit optimalen Wetterbedingungen gelang auch Tim Moldtmann mit 623km/h ein extrem schneller Flug. Sogar ein Heli wurde in diesem Zeitfenster mit 351km/h gemessen.
Am nächsten Tag erreichte Kai Koppenburg bei weitgehend normalen bedingungen 578km/h.

Als Antrieb kam bei Stanley ein getunter Scorpion "HK 5040 Speed" zum Einsatz. Die Energie lieferten 15S handelsüblicher 5100er SLS "speed" - Zellen. Der Steller war ein YGE 320 UHV "von der Stange".
Als Propeller wurde eine Dreiblattklapplatte mit 28" Steigung eingesetzt.
Die Flächenbelastung lag im Bereich von etwa 120g/dm².

 

Man darf gespannt sein, wie die Entwicklung der Höchstgeschwindigkeiten weitergehen wird.

Ganz sicher ist:
Bei konsequentem Einsatz "exotischer" Materialien und Herstellungsverfahren an allen Stellen und einem sehr hoch steigenden Propeller kann ein extrem guter Piloten unter optimalen Umweltbedingungen höchstwahrscheinlich noch einiges mehr erreichen.
Im Prinzip unterscheidet sich der Weg dahin nicht von den für das FAI-Setup beschriebenen Maßnahmen.
Zusätzlich scheint in der "offenen Klasse" eine noch deutlich höhere Flächenbelastung möglich - die Verbrennerkollegen sind vor einigen Jahren auch noch mit bis zu 150g/dm² erfolgreich unterwegs gewesen.

 

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